16 Sep. 2026
by Dominic Hanl
Ein Schweizer Business Process Outsourcer mit rund 160 Agenten löst sein zentrales Steuerungstool ab, das Backoffice und Agenten seit über 20 Jahren täglich nutzen. Parallel dazu migriert er die Telefonielösung von Avaya zu Amazon Connect. Liongate hat die Anforderungen für das neue Tool direkt vor Ort erhoben, in Workshops mit einer ausgewählten Gruppe aus Agenten, Teamleitern und Backoffice-Mitarbeitern, und daraus über Methoden wie User Story Mapping und Design Thinking ein handover-fähiges Paket aus User Stories, Wireframes und UI Guidelines entwickelt.

Auf einen Blick
Bei einem der größten Business Process Outsourcer der Schweiz begleitete Liongate ein Doppelprojekt: die Ablösung eines über 20 Jahre alten Steuerungstools und die parallele Migration der Telefonielösung von Avaya zu Amazon Connect. Im Zentrum stand die Anforderungsaufnahme für das neue Tool, das künftig rund 160 Agenten und Backoffice-Mitarbeiter täglich nutzen werden. In Workshops mit einer ausgewählten Gruppe von Anwendern entstand zwischen Mai und November 2026 ein vollständiges, handover-fähiges Anforderungspaket für die Entwicklung.
profitieren künftig vom neuen Tool
getrennt in Workshops betrachtet: Backoffice und Agenten
handover-fähige Dokumentation für die Entwicklung
Laufzeit für Tool-Ablösung und Plattformmigration
Agenten griffen während jedes einzelnen Kundengesprächs aktiv auf das bestehende Steuerungstool zu. Es identifizierte anhand der eingehenden Telefonnummer automatisiert den passenden Mandanten und lieferte in Echtzeit Handlungsempfehlungen, Eskalationswege und die Möglichkeit zur Case-Erstellung. Eine unübersichtliche Oberfläche oder fehlerhafte Mandanteninformationen wirkten sich in diesem Umfeld direkt auf den laufenden Betrieb aus.
Über mehr als zwei Jahrzehnte war das System gewachsen, ohne je strukturiert bereinigt worden zu sein. Funktionen, die kaum noch genutzt wurden oder längst überholt waren, hatten sich angesammelt und die Oberfläche zunehmend überladen. Weder die datengetriebene Arbeit des Backoffice noch der Gesprächsdruck der Agenten fanden darin noch die passende Umgebung.
Gleichzeitig stand eine technologisch anspruchsvolle Migration bevor: Die bestehende Avaya-Telefonielösung sollte durch Amazon Connect abgelöst werden. Zwei Großprojekte liefen damit parallel, mit einer gemeinsamen Aufgabe und den Anforderungen der Menschen, die täglich mit beiden Systemen arbeiten, mittendrin.
Liongate verfolgte von Beginn an einen klaren Ansatz: Wer verstehen will, wie Menschen tatsächlich arbeiten, welche Abkürzungen sie nehmen, welche Informationen sie wirklich brauchen und was ihnen Sicherheit gibt, muss ihnen persönlich zuhören, vor Ort und in ihrem Arbeitskontext.
Backoffice und Agenten wurden dabei als zwei eigenständige Nutzergruppen mit jeweils eigenen Anforderungen behandelt und getrennt voneinander gehört. Das Backoffice arbeitet strukturiert und pflegt Stammdaten und Mandantenkonfigurationen in Ruhe. Die Agenten arbeiten unter Gesprächsdruck und in Echtzeit und brauchen die richtige Information in Sekundenbruchteilen.
Die ersten Projektblöcke fanden direkt beim Kunden statt. Gemeinsam mit einer ausgewählten Gruppe aus Agenten, Teamleitern und Backoffice-Mitarbeitern machten die Solution Consultants die tatsächlichen Arbeitsabläufe sichtbar, mithilfe von User Story Mapping und Design Thinking. Diese Methoden erfassen auch unausgesprochene Bedürfnisse, eingespielte Workarounds und implizite Erwartungen, die in einem reinen Anforderungsdokument leicht verloren gehen.
Auf dieser Grundlage entwickelte Liongate gezielte UI Guidelines für das neue Tool, mit klaren Vorgaben zu Farben, Kontrasten, Button-Hierarchien und Interaktionsprinzipien für einen Acht-Stunden-Arbeitstag. Abschließend überführten die Solution Consultants alle Erkenntnisse in strukturierte User Stories und Wireframes, präzise und direkt handover-fähig für das Entwicklungsteam.
Workshops mit einer ausgewählten Gruppe aus Agenten, Teamleitern und Backoffice
Tatsächliche Arbeitsabläufe der Anwender sichtbar gemacht
Unausgesprochene Bedürfnisse und eingespielte Workarounds erfasst
Backoffice und Agenten separat betrachtet und gehört
Farben, Kontraste und Button-Hierarchien für den Acht-Stunden-Arbeitstag definiert
Wireframes und User Stories direkt einsetzbar für das Entwicklungsteam
160 Agenten und Backoffice-Mitarbeiter werden künftig mit einem Tool arbeiten, das zu ihrer tatsächlichen Arbeit passt. Möglich wurde das durch eine strukturierte Anforderungsaufnahme mit einer ausgewählten Gruppe von Anwendern aus beiden Bereichen, deren Arbeitsrealität zur Grundlage der Entwicklung wurde.
Am Ende der Anforderungsphase steht ein vollständiges Paket aus User Stories, Wireframes und UI Guidelines, zu 100 Prozent handover-fähig für das Entwicklungsteam. Es bildet nicht nur die Dokumentation für das neue Tool, sondern ein gemeinsames Verständnis zwischen Kunde, Consultant und Entwicklungsteam, auf dessen Basis das neue Tool entsteht.
Agenten und Backoffice erhalten künftig ein Tool, das zur echten Arbeit passt
User Stories und Wireframes direkt für die Entwicklung nutzbar
Anforderungsaufnahme getrennt nach Backoffice und Agenten
Workshops mit einer ausgewählten Gruppe echter Anwender
Klare Vorgaben für Farben, Kontraste und Interaktion
Tool-Ablösung und Migration zu Amazon Connect parallel gemeistert
Unsere Solution Consultants haben die Anforderungsaufnahme für dieses Projekt bewusst vor Ort und im direkten Austausch mit den Anwendern gestaltet. Die Unterscheidung zwischen Backoffice und Agenten als eigenständige Nutzergruppen war dabei der Schlüssel, um ein Tool zu entwickeln, das beiden Arbeitsweisen gerecht wird.
Der Ansatz lässt sich auf jedes Projekt übertragen, in dem ein zentrales Arbeitstool über Jahre gewachsen ist und mehrere Nutzergruppen mit unterschiedlichen Anforderungen bedient. User Story Mapping, Design Thinking und eine konsequent nutzerzentrierte Anforderungsaufnahme schaffen dafür eine Grundlage, die Entwicklungsteams direkt übernehmen können.
Wir begleiten euch bei der Anforderungsaufnahme für euer nächstes Kernsystem, direkt vor Ort und mit den Menschen, die täglich damit arbeiten.
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