BPMN 2.0

Was bedeutet eigentlich BPMN 2.0 und was kann ich damit in meinem Unternehmen erreichen?

Die Business Process Model and Notation (BPMN, deutsch Geschäftsprozessmodell und -notation) ist eine grafische Spezifikationssprache in der Wirtschaftsinformatik und im Prozessmanagement. Sie hilft dabei alle Unternehmensbereiche konsequent an den Prozessen auszurichten.

BPMN 2.0 stellt uns Symbole zur Verfügung, mit denen Fachbereiche und die IT, Methoden- und Informatikspezialisten Arbeitsabläufe und Geschäftsprozesse modellieren und dokumentieren können.

BPMN 2.0 Symbole

Pools und Lanes stellen die Verantwortlichkeiten in einem Geschäftsprozess dar.

1.1 Pools

Ein Pool ist eine Einheit mit klar voneinander abgegrenzten organisatorischen Grenzen z.B. ein Unternehmen oder eine Organisation.

1.2 Lanes

Eine Lane repräsentiert dagegen verschiedene Abteilungen, Rollen oder Personen in einem Prozess (Prozessteilnehmer). Lanes, welche sich im selben Pool befinden, können ohne Einschränkungen miteinander interagieren.

Tasks sind BPMN-Elemente, die für bestimmte Handlungen stehen. Diese Aktivitäten muss ein Prozessteilnehmer ausführen, um das Ziel seines Geschäftsprozesses zu erreichen. Ein Task ist immer einer Lane zugewiesen. Bei Beteiligung und Verantwortung verschiedener Personen/ Rollen für ein und dieselbe Task, kann die BPMN-Erweiterung „zusätzlicher Teilnehmer” genutzt werden.

Der Prozessteilnehmer ist der Akteur, der eine bestimmte Aktivität ausübt. Die Aktivität ist das Verb. Das Objekt beschreibt die Aktivität.

Geschäftsprozesse sind oft zu komplex, um in einem BPMN-Diagramm erfasst zu werden. Bei hoher Komplexität empfiehlt es sich, mit Teilprozessen zu arbeiten. So ist eine übersichtliche Abbildung möglich.

4.1 Startereignis

Das Startereignis – was löst meinen Prozess aus? Auslöser ist die erste Aktivität. Verbunden wird das Startereignis mit einem Sequenzfluss. Jeder Prozess beginnt mit einem Startereignis.

4.2 Zwischenereignis

Zwischenereignis – Wie verhält sich mein Geschäftsprozess in Bezug auf seine Umgebung?

Zwischenereignisse sorgen für Veränderungen in der Prozessausführung und in der Art, wie ein Prozess sich in Bezug auf seine Umgebung verhält.

Zwischenereignis eingetreten

Zwischenereignis ausgelöst

4.3 Endereignis

Neben einem Startereignis hat ein Prozess immer ein Endereignis. Das Endereignis stellt das Geschäftsziel eines Prozesses dar. Die Zielerreichung erfolgt, sobald die Prozessteilnehmer die Sequenz abgeschlossen haben.

5.1 Sequenzflüsse

Sequenzflüsse verbinden Aktivitäten, Gateways und Events miteinander. Die Reihenfolge der einzelnen Prozessschritte wird zudem deutlich.

5.2 Nachrichtenflüsse

Für die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Pools eignen sich nur Nachrichtenflüsse. Der Industriestandard BPMN 2.0 stellt hierfür Ereignisse zur Verfügung (Ereignisse verknüpfen). Jede eingehende Nachricht wird durch ein eingehendes Ereignis dargestellt.

6.1 Parallele Gateways (AND)

Hier werden gleichzeitig ausgeführte Aktivitäten in meinem Geschäftsprozess dargestellt. Mehrere ausgehende Sequenzflüsse können gleichzeitig ausgeführt werden. Ein paralleles Gateway wartet so lange, bis alle eingehenden Sequenzen abgeschlossen sind, bevor sie alle im ausgehenden Fluss verbunden werden.

6.2 Exklusive Gateways (XOR)

Notwendige Geschäftsentscheidungen stellen Auswahlmöglichkeiten dar. Die Option „entweder/ oder” ist eine häufig verwendete Auswahlmöglichkeit. Die getroffene Entscheidung schränkt die möglichen Ergebnisse ein und führt dann nur auf einem einzigen Pfad im Prozess weiter.

 6.3 Ereignisbasierte Gateways

Ereignisbasierte Gateways werden ausschließlich von bestimmten Ereignissen ausgelöst. Sie führen erst zu einer Entscheidung, wenn diese Ereignisse eintreten. Ereignisbasierte Gateways berücksichtigen nur das erste eintretende Ereignis.

6.4 Inklusive Gateways (OR)

Ein inklusives Gateway stellt die Entscheidungen dar, welche innerhalb eines Geschäftsprozesses getroffen werden müssen. Es wird genutzt, wenn eine oder mehrere Bedingungen möglich sind.

Assoziationen verbinden Kommentare, Teilnehmer, IT-Anwendungen und Datenobjekte mit dem vorliegenden Verlauf des Prozesses. Man unterscheidet hier zwischen direktionalen Assoziationen (mit Pfeilspitze) und zeigen die Möglichkeit zum Lesen oder Bearbeiten an und non-direktionalen Assoziationen. Die non-direktionalen Assoziationen zeigen an, dass die Prozessteilnehmer keine Möglichkeit zum Lesen oder Bearbeiten der Assoziationen haben (keine Pfeilspitze).

Bei den Artefakten handelt es sich um Datenobjekte und um die Frage welche Daten erzeugt, genutzt oder verändert werden können. Datenobjekte machen die Daten eines Geschäftsprozesse explizit und informieren den Prozessteilnehmer über die relevanten Dokumente und gespeicherten Daten. Datenobjekte werden genutzt, um Dokumente hervorzuheben, die die Prozessteilnehmer benötigen, um eine Aufgabe zu lösen.

Bei Beteiligung mehrerer Prozessteilnehmer für eine bestimmte Aufgabe können diese über eine Assoziation einer Aktivität hinzufügt werden.

Eine umfassende Übersicht über die BPMN 2.0 Notation finden Sie hier.


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Ihr Kontakt bei LionGate: Andreas Grote, Head of Business Process Management