Die Krise beflügelt die Digitalisierung der Prozesse

Die Corona-Krise veranschaulicht sehr deutlich, dass die Digitalisierung ein wahres Geschenk für uns alle ist. Wir sind soziale Wesen, die zwangsweise nur noch mit Distanz kommunizieren dürfen. Ohne das Internet und das Telefon wäre das unerträglich. Wie wäre unser Tagesablauf derzeit, wenn wir uns nicht über das Internet informieren und austauschen könnten? Selbst das notwendigste zum Überleben – sieht man mal von Lebensmitteln ab – bestreiten wir nur noch über Internetbestellungen.

Die Ausnahmesituation mit Ausgangssperren und Kontaktverboten wäre sicherlich ohne digitale Prozesse noch wesentlich bedrückender als sie sowieso schon ist. Nehmen wir einmal die Informationsflut der vergangenen Wochen, sie wäre noch gar nicht bei allen angekommen, gäbe es nicht digitale Wege sie in Echtzeit zu konsumieren. Selbst diesen Text hier könnten sie nicht lesen. Er ist das Produkt der Digitalisierung unserer UP-News.

Während aktuell die Politik versucht, einen angemessenen Umgang mit der Situation zu finden, Hilfspakete schnürt und darüber spekuliert, wann denn die Rückkehr zur Normalität wieder einsetzen kann, wurden bereits viele Unternehmen mit den Versäumnissen der Digitalisierung ihrer Prozesse konfrontiert, die sie über Jahre verschlafen haben. „Zwangsdigitalisierung“ wird nun genannt, was aus der Not geboren auch im Laden an der Ecke versucht wird, Bestellungen Online zu bedienen und nach Hause zu liefern, weil sonst schlichtweg die Insolvenz droht. „Der sehr plötzliche Anstieg auf nunmehr schon Vorweihnachtsniveau pro Tag in unserem Netzwerk zeigt uns, dass gerade auch kleine Händler verstärkt auf DHL setzen, um ihre Waren auch bei Schließung der Ladenlokale an den Konsumenten zu bringen“, sagte Post-&-Paket-Vorstand Tobias Meyer. [1]

Vielleicht ist das ein notwendiger Schritt für die Durchdringung der digitalen Technologie: Endlich muss jeder nutzen, was technisch möglich ist. Via Homeoffice über das Firmennetzwerk arbeiten, Digitaler Schulunterricht, Telemedizinische Erstuntersuchung und vieles mehr. Die digitalen Prozesse beweisen in diesen Tagen sehr anschaulich wer die Gewinner der Krise sind. 100.000 neu einzustellenden Mitarbeiter und Auftragsstau bei Amazon zeigen, dass die Prozessdigitalisierung der „Rohstoff“ der Zukunft ist.

Der in Frankfurt am Main befindliche größte deutsche Internet-Knotenpunkt hat dieser Tage einen Rekord vermeldet: 9,1 Terabit an Daten wurden in der letzten Woche pro Sekunde übertragen. So viel wie noch nie zuvor.[2] Das Internet revolutioniert die Form der Kommunikation. Der Satz klingt wie aus einem Zukunftsessay aus dem letzten Jahrhundert, ist aber eine Zustandsbeschreibung aus dem Frühjahr 2020.

Die Corona-Krise ist ein Kipp-Punkt für die Unternehmen, an dem auch der letzte die seit Jahren beschriebenen Möglichkeiten der Digitalisierung der Prozesse versteht. „Wir müssen bei allen politischen Maßnahmen über die Schadensbegrenzung hinaus zudem jetzt die Weichen auf eine wirklich digitale Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft stellen“, erklärt Achim Berg, Präsident des Bitkom. „Digitale Technologien erweisen sich gerade als unverzichtbar, um unsere Gesellschaft am Leben zu erhalten. Zugleich spüren wir gerade schmerzhaft, in welchen Lebensbereichen – etwa in der Bildung oder der Medizin – wir in der Vergangenheit zu nachlässig bei der Einführung digitaler Lösungen waren.“ [3]

Soziale Distanz halten, ohne auf die Verbindung zu anderen Menschen zu verzichten; außerhalb des Büros arbeiten und trotzdem auf Daten zugreifen; unterrichten, ohne in einem Klassenzimmer zu sitzen. Die Digitalisierung hat einen positiven Einfluss auf die Zusammenarbeit in allen Bereichen. Wo das soziale Leben offline heruntergefahren wird, wird das soziale Leben online gerade hochgefahren. Das wird langfristige Folgen haben. Lesungen werden jetzt ins Netz verlegt, Konzerte gestreamt und sogar Unterricht findet auf digitalen Plattformen statt. Wer annahm, Unterricht sei nur in einem Raum zur gleichen Zeit möglich, erfreut sich an der Möglichkeit, über digitale Plattformen Wissen zu vermitteln. In allen Fällen entsteht Neues: Auch die LionGate entwickelt Methoden, um auch im Fernunterricht Intensität entstehen zu lassen. Wir haben die digitale Schulplattform vicole entwickelt, um die Fortführung des Unterrichts außerhalb der Schule zu ermöglichen. Mit vicole unterrichten Lehrkräfte per Liveschaltung in digitalen Klassenzimmern, lernen Schüler mit Unterstützung von Web-Tools und teilen Klassen Aufgaben und Materialien in Echtzeit. Mehr dazu finden Sie unter https://www.vicole.de .

Die Corona-Krise bringt die Vor- und Nachteile der Digitalisierung auf den Punkt sagt das Institut der Deutschen Wirtschaft. „Innerhalb kürzester Zeit werden sämtliche digitale Errungenschaften und Defizite offenbar – beispielsweise in den Bereichen Arbeit, Bildung, neue Medien und technische Infrastruktur. Die Pandemie ist ein Stresstest für die Digitalisierung in Deutschland.“ [4]

Die Ergebnisse zahlreicher Digitalisierungsstudien der vergangenen Jahre ähneln sich: Unternehmen, Politik, Verwaltung, Infrastruktur, sie alle hinken der Digitalisierung hinterher (vgl. u.a. Demary et al., 2016; Lichtblau et al, 2018, Initiative D21, 2019; Hintemann/Clausen, 2018). Die bitkom kommt zu folgenden Ergebnissen der Deutschen Wirtschaft im internationalen Vergleich: [5]

Eine fortschrittliche Digitalisierung der Lebens- und Wirtschaftsbereiche aber ist essenziell für die Zukunftsfähigkeit von Deutschlands Wirtschaft und Gesellschaft, so der Tenor der Studie. Der Deutschland-Chef des Telekommunikationsanbieters Vodafone, Hannes Ametsreiter bringt es wie folgt auf den Punkt; er sieht in der Corona-Krise „den größten Auftrieb für die Digitalisierung in Deutschland aller Zeiten“. „Es wird sich viel verändern, um nicht zu sagen alles“, sagte er. [6]

Ähnlich sieht es bei Unternehmen wie Skype, Slack oder Teamviewer aus, Anbieter von Kollaborationstools, die einem das Arbeiten aus dem Homeoffice erleichtern sollen. Microsoft hat eine Versechsfachung der Nutzung seines Tools „Teams“ verbuchen können. Große US-Techkonzerne haben ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, aber auch in Deutschland sehen sich Betriebe dazu gezwungen, ihrer Belegschaft Heimarbeit zu verordnen. Laut einer Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft liebäugeln drei Viertel der Befragten mit einer Homeoffice-Lösung wegen des Corona-Virus und 58 Prozent wünschen sich Heimarbeit ausdrücklich (vgl. Bayerischer Rundfunk 09.03.2020: Corona-Krise: Wie das Virus der Digitalisierung Beine macht).

Nicht alle Unternehmen scheinen darauf allerdings ausreichend vorbereitet zu sein: Laut einer Studie des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Nürnberg bieten in Deutschland derzeit etwa ein Viertel der Betriebe die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten an. Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie gab es in Deutschland ein bislang ungenutztes Potenzial an Homeoffice-Möglichkeiten, das nun für einen Anstieg bei Arbeiten von zu Hause führen dürfte. Diese Möglichkeiten hängen jedoch stark von der Tätigkeitsstruktur der Arbeitsplätze ab.[7]

Einen weiteren Trend könnte die Corona-Krise jetzt ebenso beschleunigen, den zur Telemedizin. Das ärztliche Wartezimmer gilt als potenzieller Ansteckungsherd. Bislang war den Deutschen die Ferndiagnose eher suspekt, obwohl die Fernbehandlung per Video hierzulande bereits seit 2018 möglich ist. Die Digitalisierung wird sich auch in vielen weiteren Bereichen beschleunigen und hierbei wird es Gewinner geben, aber auch Verlierer.

Der Corona-Virus zwingt daher viele Unternehmen nun zu weiteren Überlegungen bezüglich der Digitalisierung. Die Entwicklung moderner, digitaler Prozesse sollte aber auch unabhängig von den aktuellen Herausforderungen weiter vorangetrieben werden. Denn nach der Krise ist vor der Krise, kein Kunde wird wieder ins “Mittelalter” zurückkehren wollen, sich beschränken und wieder zu Papier und Stift greifen wollen.

Gefragt ist folglich der schnelle Umbau der Unternehmen und der Verwaltungen, dort wo es eben möglich ist, prozessautomatisiert zu sein und Cloud-Dienste über das Internet zu nutzen. Und die besondere Belastung des Systems geht von bestimmten Kanälen aus: Callcenter, Helpdesk, Websites und Apps für Verbraucher. McKinsey hat vor drei Wochen in einer Befragung von chinesischen Konsumenten herausgefunden, dass die nachhaltige Onlinedurchdringung insbesondere in Kategorien mit einer höheren Kauffrequenz deutlich gestiegen ist (+15 bis 20 Prozentpunkte).

In Italien ist der Onlinehandel seit der letzten Februarwoche um 81 Prozent gestiegen. Aufgrund der krisenbedingten hektischen Bemühungen, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, können Unternehmen schnell die Kunden aus den Augen verlieren. Deren Verhalten verändert sich momentan radikal – in vielen Fällen steigen sie auf digitale Kanäle um. „Dieses neu erlernte Verhalten dürfte in Teilen auch nach der Krise bestehen bleiben; das haben wir nach der SARS-Epidemie gesehen, als der Onlinehandel in China regelrecht explodierte. Wie Unternehmen auf die neuen Anforderungen von Mitarbeitern und Kunden reagieren, dürfte ihre Wettbewerbsfähigkeit auf Jahre hinaus prägen.“ [8]

Sie sollten also gerade jetzt ihre Investitionen in Prozessautomatisierung beschleunigen, die Ihrem Unternehmen einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen kann. [9]

Die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 sind zwar noch nicht annähernd klar, aber wir gehen davon aus, dass es nach der Krise nicht mehr weitergeht wie vorher. Wenn sich der Online-Prozess jetzt nicht erfolgreich skalieren lässt, wann dann? [10]

Wie Sie diese Verschiebungen nutzen und wie das neue technologiebasierte Prozessmodell in Ihrem Unternehmen aussehen kann, wir helfen Ihnen gern dabei. Worauf kommt es konkret an? Bei der Mehrheit unserer Kunden, die die Digitalisierung ihrer Prozesse erfolgreich gemeistert haben, sehen wir, dass die einzelnen Bereiche die nun in Digitalisierungsprojekten tätig sind nicht länger in verschiedene Richtungen arbeiten. Dabei ist die Definition gemeinsamer Ziele für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Erfolgsfaktor. Finanzielle Projektbudgets, die Rolle der IT und die Stoßrichtung der Fachabteilungen müssen auf dieses Ziel angepasst werden. Hierzu empfehlen wir unseren Kunden das agile Prozessmanagementteam. Dieses besteht aus Mitarbeitern der IT, des Prozessmanagements und der betroffenen Fachbereiche.

Ein weiterer Erfolgsfaktor sind die unterschiedlichen Ansprüche der IT und der Fachbereiche an die digitale Prozessautomatisierung. Während IT-Entscheider Wert auf monolithische Systeme bei der Umsetzung legen, muss es für die Fachbereichsleitung erfahrungsgemäß vor allem schnell und kundenorientiert gehen. Kaufen sie deshalb bitte keine großen Softwarelösungen mehr, deren kostspieliger Betrieb sie auf Jahre bindet und sie auf Dauer Ihrer unternehmerischen Individualität, Flexibilität und Innovationskraft beraubt. Entscheiden Sie lieber mutig den Einsatz von serviceorientierten Lösungen und betreten Sie eine neue Zeit. Sind Sie heute noch von einem Monolithen-Großsystem abhängig? Planen Sie womöglich jetzt noch einen Umstieg darauf? Wir raten Ihnen dringend ab und empfehlen stattdessen, die eigenen Geschäftsprozesse flexibel mit einer mächtigen Prozesslösung selbst zu verantworten und sich gleichzeitig auf die Wettbewerbsfaktoren zu konzentrieren. Optimieren Sie ihre Abläufe, setzen Sie auf Flexibilität und beginnen Sie an der Kundenschnittstelle.

Sprechen sie uns an, wir haben bereits langjährige produktive Erfahrungen mit individuellen Cloud-Services und Processautomation. Unsere Kunden sind äußerst zufrieden. Sie bekommen neue Funktionalitäten durch unser agiles Vorgehen schneller, individueller und preiswerter als ihre Konkurrenten. Ein kollaboratives Prozessmanagement in Verbindung mit einer leistungsstarken Processengine, die LionGate kann ihnen bei der Überbrückung der fachlichen und technischen Distanzen helfen und zwischen ihnen einen geschlossenen Kreislauf herstellen, damit auch Ihr Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgeht.

Bleiben sie gesund!


Lassen Sie uns reden.

Ihr Kontakt bei LionGate: Andreas Grote, Head of Business Process Management